Wie ein bankrottes Deutschland seine Infrastrukturprobleme löste

Publiziert am von germania2013

Der kleine Inselstaat Guernsey war nicht der einzige, der sein eigenes Geld ausgab, um die Probleme in der Infrastruktur zu lösen. Ein viel berühmteres Modell dazu finden wir im Deutschland nach dem ersten Weltkrieg. Als Hitler an die Macht kam war das Land absolut pleite und hoffnungslos überschuldet. Die Versailler Verträge belegten das deutsche Volk mit erdrückenden Reparationslasten, indem es dazu gezwungen wurde für alle im Krieg entstandenen Kosten aller Kriegsteilnehmer aufzukommen. Die zu zahlende Summe betrug mehr als dreimal soviel, wie der gesamte Besitz des Landes. Spekulationen mit der Deutschen Mark brachten diese zum zusammenbrechen und es bagann  eine der verheerendsten Hyperinflationen der Geschichte. Auf ihrem Höhepunkt kostete ein Brotlaib mindestens eine Schubkarre voll 100-Milliarden Mark-Noten. Die Staatskasse war leer und unzählige Häuser und Höfe gingen an die Banken und Börsianer. Die Menschen lebten in armseligen Baracken und waren wortwörtlich am verhungern.

Nichts vergleichbares war jemals zuvor geschehen: Die nationale Währung kollabierte total und mit ihr wurden alle Ersparnisse einfach aufgelöst. Geschäfte und die Wirtschaft insgesamt erlebten einen nie dagewesenen Zusammenbruch. Und zu allem Übel kam am Ende des Jahrzehnts auch noch die Große Depression. Deutschland hatte keine andere Wahl und musste sich schließlich dem Joch der internationalen Hochfinanz ergeben.

Jedenfalls sah es danach aus!

Als Hitler und die National-Sozialisten 1933 an die Macht kamen, zogen sie einen Strich durch die Rechnung des Bankenkartells, indem sie ihr eigenes Geld druckten. Dabei gedachten sie Abraham Lincoln, der während des Amerikanischen Bürgerkrieges von der Regierung ausgegebenes Geld drucken ließ: den Greenback.

Hitler begann sein nationales Geldprogramm mit einer Reihe öffentlicher Projekte, wie Hochwasserschutz, Renovierung öffentlicher und privater, bzw. Bau neuer Häuser, Straßen, Brücken, Kanäle und Häfen. Die Grenze der so geplanten Ausgaben wurde auf eine Milliarde Mark festgelegt. Eine Milliarde Mark nicht-inflationärer Wertpapiere. Millionen von Menschen waren in die Projekte involviert und wurden mit dem „neuen“ Geld bezahlt.

Dieses vom Staat ausgegebene Geld war nicht goldgedeckt, sondern hatte einen echten Gegenwert. Hitler sagte „für jede ausgegebene Mark verlangten wir den Gegenwert von Arbeit oder Produkten“. Die Arbeiter konnten dieses Geld wieder für andere Produkte und Dienstleistungen ausgeben, was in der Folge mehr Arbeitsplätze für mehr Leute schaffte.

Innerhalb von zwei Jahren war das Arbeitslosenproblem gelöst und das Land war wieder auf den Füßen. Deutschland hatte eine solide, stabile Währung, keine Schulden und keine Inflation. – Und das in einer Zeit, da Millionen und Abermillionen in den USA und anderen westlichen Staaten ohne Arbeit waren und von der Wohlfahrt leben mussten. Deutschland gelang es sogar den Außenhandel wiederherzustellen, obwohl ihm ausländische Kredite verweigert wurden und es sich einem Handelsboykott im Ausland gegenübersah. Dies war durch ein Tauschsystem möglich geworden: Waren und Rohstoffe wurden direkt mit anderen Ländern gewechselt, ohne dafür die treuhänderischen Banken zu benötigen. Diese Methode funktionierte ohne Handelsdefizite und Schulden. Doch Deutschlands wirtschaftliches Experiment war, wie das von Lincoln, nur von kurzer Dauer und hinterließ dennoch gewaltige Erfolge wie die weltweit berühmte erste Autobahn.

Hjalmar Schacht, Kopf der Deutschen Zentralbank, wird oft mit seinem gewitzten Kommentar zitiert, der den „deutschen Greenback“ kurz zusammenfasst: Ein amerikanischer Banker meinte: „Dr. Schacht, Sie sollten nach Amerika kommen. Wir haben hier Unmengen an Geld und das ist echtes Banking.“

Schacht antwortete: „Sie sollten nach Berlin kommen. Wir haben hier kein Geld. Das ist echtes Banking.“

Auch wenn Hitler als die meistgehasste Person in die Schulbücher einging, war er, zumindest für eine Weile, im deutschen Volk äußerst beliebt. Stephan Zarlenga vermutet in „The Lost Science of Money“ daß dies darin begründet ist, daß er die Deutschen zeitweise von der Englischen Wirtschaftstheorie rettete – die Theorie, daß alles Geld gegen die Goldreserven der internationalen Hochfinanz verliehen werden muss, anstatt es direkt von der Regierung ausgeben zu lassen.

Nach der Auffassung des Kanadiers Dr. Henry Makow könnte dies ein Hauptgrund gewesen sein, warum Hitler gestürzt werden musste: Er hatte die internationalen Banken umgangen und sein eigenes Geld hergestellt. Makow zitiert aus einer Befragung (1938) von C. G. Rakovsky, einem der Gründer des sowjetischen Bolschewismus und Vertrauter Trotzkis, der [als Trotzkist] später unter Stalin hingerichtet wurde. Rakovsky sagte, Hitler wäre ursprünglich über Hjalmar Schacht von dem internationalen Bankenkartell finanziert worden, um Stalin kontrollieren zu können, nachdem dieser die Macht von ihrem Agenten Trotzki übernahm.

Aber Hitler wurde eine noch größere Gefahr als Stalin, als er den großen Entschluss fasste, sein eigenes Geld zu drucken.

Rakovsky schreibt: „Hitler nahm für sich das Privileg der Geldherstellung in Anspruch. Und zwar nicht nur physisches, sondern auch finanziertes Geld. Er übernahm das bis dahin unberührte Fälschungsinstrument und setzte es zum Wohle des Staates ein. (…) Sind Sie in der Lage sich vorzustellen, was passiert wäre, wenn er andere Staaten damit angesteckt hätte? (…) Wenn Sie sich das vorstellen können, dann sehen Sie die konterrevolutionäre Gefahr.“ [Fetthervorhebung von mir]

Der Ökonom Henry C. K. Liu schreibt über Deutschlands bemerkenswerte Veränderung: „Die Nazis kamen im Jahr 1933 in Deutschland an die Macht. Zu einer Zeit als ihre Wirtschaft unter den unvorstellbaren Reparationkosten begraben lag und keine Aussicht auf ausländische Kredite oder Investitionen hatte. Erst durch eine unabhängige Geldpolitik und einer souveränen Währung war das dritte Reich in der Lage das völlig bankrotte Deutschland, das [im Zuge von Versaille] seiner bis dahin wichtigsten Rohstoffquelle, den Kolonien, beraubt wurde, innerhalb von nur vier Jahren zur stärksten Wirtschaft in Europa zu machen. Und das bevor die Aufrüstung begann.“

chemnitz A4

In „Billions for the Bankers, Debts for the People“ (1984) kommentiert Sheldon Emry: „Deutschland stellte schuld- und zinsfreies Geld seit 1935 her, wodurch es innerhalb von fünf Jahren aus der Zahlungsunfähigkeit wieder zur Weltmacht aufstieg. Deutschland finanzierte seine gesamte Regierung und alle Kriegsoperationen von 1935 bis 1945 ohne Gold und ohne Kredite, was letztlich dazu führte, daß die gesamte kapitalistische und kommunistische Welt Deutschlands Größe endgültig zerstören wollte, um Europa wieder in die Ketten der Banken zu legen. Diese Geschichte des Geldes taucht nicht in öffentlichen, d.h. staatlichen Schulbüchern auf.“

Ein anderer Blick auf die Weimarer Hyperinflation

Was in den heutigen Schulbüchern steht ist die zerstörerische Hyperinflation von 1923 in der Weimarer Republik. Die radikale Entwertung der Deutschen Reichsmark wird in den Lehrbüchern als ein Beispiel herangezogen, was schiefgeht, wenn die Regierungen selbst die uneingeschränkte Macht zum Gelddrucken erhalten. So wird es wenigstens dargestellt. In der komplexen Wirtschaftswelt sind die Dinge aber nie, wie sie scheinen. Die Weimarer Krise begann mit den unbezahlbaren Reparationen durch den Versailler Vertrag.  [Siehe hierzu auch: Versailles – Der Anfang vom Ende: totoweise]

Reichswährungskommissar Schacht erklärte: „Die Versailler Verträge sind ein ausgeklügeltes Modell zur Zerstörung der deutschen Wirtschaft. Das Reich konnte sich nicht anders über Wasser halten, außer indem es Unmengen an Geld druckte.“ Das sagt er wenigstens am Anfang. Aber Zarlenga stellt fest, daß Schacht 1967 in seinem Buch „The Magic of Money“ anders fortfährt:

Um die Katze aus dem Sack zu lassen, wie man in Deutschland sagt, brechen mit einigen höchst bemerkenswerten Zugeständnissen schnell die „alten Weisheiten“ der Finanzkartelle zusammen, die über die Deutsche Hyperinflation verbreitet wurden.“

Schacht legt offen, daß es sich um eine private Reichsbank und nicht um die deutsche Regierung handelt, durch die immer mehr Geld auf den Markt geworfen wurde. Wie die U.S. Federal Reserve war die Reichsbank von eigens dafür ausgewählten Staatsmännern bewacht, arbeitete jedoch nur für die selbstsüchtigen Interessen der Inhaber. Was die Kriegsinflation erst zur Hyperinflation werden ließ, waren die Leerverkäufe (Short Sales) der Spekulanten auf fallenden Wert der Mark. Bei dieser manipulativen Operation leihen sich die Banker etwas, das sie nicht besitzen, um es direkt zu verkaufen und nach dem zwangsweise erfolgenden Fall der Preise wieder zurückzukaufen. Die Differenz bildet ihren Gewinn. Die Spekulation in die Mark wurde erst dadurch möglich, daß die Reichsbank Unmengen an Geld zum Verleih ausstellte. Es stand in den Büchern der Banken und wurde zum höchsten Zins verliehen. Als die Reichsbank der unersättlichen Nachfrage nicht länger entsprechen konnte, wurde es andere privaten Geschäftsbanken erlaubt, Geld aus dem Nichts zu erfinden und gegen Zinsen zu verleihen.

Nach Schacht war es nicht nur nicht die Deutsche Reichsregierung, die die Weimarer Hyperinflation vom Zaun trat, sondern es war eben auch diese Regierung, die sie wieder unter Kontrolle brachte. Die Reichsbank wurde unter strengen Kontrollen neu organisiert, um Spekulation im Ausland zu unterbinden. Dies gelang nur dadurch, daß der einfache Zugang zu Falschgeld-Krediten verhindert wurde. Hitler brachte das Land mit dieser neuen Währungspolitik wieder auf die Beine und betrieb eine Art Greenback-System.
Hjalmar Schacht stimmte diesem regierungseigenen Fiat-Geld nicht zu, nachdem er von seinem Posten in der Reichsbank entlassen wurde, weil er sich weigerte es auszugeben. Vielleicht rettete ihm das in Nürnberg den Kopf? Nichts desto weniger gestand er später in seinem Memoiren ein, daß es in einem so von der Regierung gesteuerten Geldsystem keine Preisinflation wie in der klassischen [englischen] Wirtschaftstheorie gibt. Er vermutete, daß dies wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der leer stehenden Fabriken der Fall war. Dabei stimmte er mit John Maynard Keynes überein: Wenn die Ressourcen für eine höhere Produktivität vorhanden sind, erhöht echtes Geld nicht die Preise, sondern die Waren- und Dienstleistungsmenge.

Angebot und Nachfrage steigen zusammen, während der Preis davon nicht betroffen wird.

Quelle:
http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/wie-ein-bankrottes-deutschland-seine-infrastrukturprobleme-loste-ellen-brown/

Ursprung: http://www.webofdebt.com/articles/bankrupt-germany.php

Die Wahrheit muss immer wiederholt werden! Zu schnell wird sie im Zeitalter der Lüge und des Betruges vergessen!

Germania2013

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2 Gedanken zu „Wie ein bankrottes Deutschland seine Infrastrukturprobleme löste

  1. Johanniskraut

    Das ist ein sehr wichtiges geschichtliches Detail. Ich habe mir so etwas schon gedacht, höre aber hier zum ersten mal von jemand anderm davon.

    Ich beschäftige mich schon seid Jahren intensiv mit dem Thema Fraktionales Reserve Sytem und Alternativen. Die besten Ausführungen (YouTube) zu diesem Thema habe ich bisher von den beiden (Ex) Professoren Franz Hörmann & Bernd Senf gehört. Von Bernd Senf kann man auf YT auch allerlei sehr interessante Informationsvideos zu Wilhelm Reich finden…

    Wie ich gehört habe waren Hussein, Gaddafi und Assad die letzten Staatsoberhäupter mit staatlicher, nicht privater Zentralbank. Gaddafi war sogar kurz davor, seine Gold gedeckte Afrikawährung um zu setzen, an der er seid Jahren arbeitete. Seine Arbeit, die vielen anderen Afrikanischen Staatschefs von dem Projekt zu überzeugen, war sehr weit fortgeschritten, als ihn die Zio´s weggebomten. Was den eigentlichen Grund darstellen dürfte, weshalb das getan wurde. Und was auch der Grund ist, weshalb Assad partout auf die Fresse kriegen soll…

    Auch habe ich schon mehr mals gehört, dass dieses Jahr irgendwelche grundsätzlichen Verträge über die russische Zentralbank auslaufen sollen. Und ich denke, dass Putin, der Antizionist und Super-Stragtege, sicherlich schon Pläne hat, das anschließend anders zu regeln. Das wäre sehr wichtig zu erfahren, nur ist darüber kaum was zu finden. Wer was weiß dazu – bitte hier posten.

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    1. Gunnar von Groppenbruch Autor

      Putin ist vollkommener Bestandteil des $y$t€m€$ !
      Von ihm irgend etwas zu erwarten, das dem $y$t€m in irgend einer Weise entgegensteht, ist geradezu verwegen!
      Er ist auch alles andere als ein „Anti-Zionist“ unter dem Vorbehalte, daß damit nicht die von einigen angestrebte „Großmacht Israel“ mit Sitz in Palästina gemeint ist, sondern
      der „Planet Jisroél“ !

      Gunnar

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